Wie am Aktienmarkt gibt es auch beim Wertholzverkauf ein Auf und ein Ab: Kannte der Eichenverkauf der vergangenen Jahre nur ein "Aufwärts", der 2024 mit einer "Monster-Eiche" mit einem Erlös von sagenhaften 33.000 Euro gipfelte, so ist die Verkaufsstimmung bei der Präsentation der Submissionsergebnisse auf dem Wertholzplatz Eselshalde bei Urbach 2025 eher gedämpft.
"Nach jahrelangem Anstieg der Verkaufserlöse ist der Submissionstermin der Göppinger Submission in diesem Jahr nicht so gut gelaufen," stellt Frank Hofmann, Vorstand der Holzverkaufsgemeinschaft Schwäbischer Wald | Ostalb e.G. nüchtern fest.
Bemerkenswert sei, dass die Käufer von Eichen für die Fässerherstellung für die edlen französischen Weine in diesem Jahr kein Interesse zeigten und der Submission fernblieben. Immerhin hatten diese in frühen Jahren für Faßholzeichen-typische relativ geringe Qualitäten zwischen 600 und 700 Festmeter Eichenholz ersteigert und gute Preisen von bis über 600 Euro je Festmeter dafür bezahlt. Mindere Qualitäten, die ansonsten auch von der Parkett-Industrie gesucht und gerne gekauft werden, wurden ebenso schlecht verkauft. Hofmann: "Mit der Wirtschaftskrise und insbesondere der mangelnden Bauaufträge einher geht natürlich auch die Nachfrage nach Parkettholz für hochwertige Fußböden." So ist die Waldwirtschaft als Teil der Gesamtwirtschaft eben immer von der Konjunktur der letzteren abhängig.
Als "Riesenproblem" beim Eichenverkauf sieht Hofmann den Befall des Eichen-Kernkäfers. "Kernkäferbefall tritt regelmäßig in absterbendem, trockenem Holz auf. Für befallenes Holz gibt es praktisch keine Verwertungsmöglichkeit!" warnt er. Zwar ist das Holz technisch kaum minderwertiger als gesundes Holz, insbesondere wenn die Käferlarven durch Dämpfung abgetötet werden, aber am Markt sind diese Hölzer offenbar unverkäuflich. "Bis der Markt die `Locheiche´ erfindet" meint ein Teilnehmer schmunzelnd. Schließlich galt beispielsweise die Rotkernigkeit der Buche als schwerer Holzfehler, bis der Markt die wunderschöne Maserung von rotkernigen Eichen für sich entdeckte. Gleichwohl der Rat von Frank Hofmann: "Gute Eiche bitte `grün´, also noch lebend, ernten!" Tote Eichen sollen besser als Lebensraum für unzählige Käfer, Insekten und als Brutraum für Vögel erhalten bleiben.
Damit soll nicht der Eindruck erweckt werden, dass es keine positiven Überraschungen gegeben habe bei der Eiche. "Der Stamm Nummer 3142 ist die diesjährige "Braut" der Submission - so wird der höchstbezahlte Stamm in Käuferkreisen gerne genannt. Eigentlich hatten wir ihn als "Risiko-Stamm" eingestuft, da er nicht ohne Fehler war. Dann befand man ihn "zum Verfaulen lassen dann doch zu schade", schmunzelt der HVG-Chef-Verkäufer.
Der Käufer sah das genau so und bot für die fast 5 Festmeter 9.820 Euro. Für den Stammbesitzer hat sich die Submission jedenfalls gelohnt.
Im Gesamt-Durchschnitt erbrachte die Eiche 2025 einen Erlös, der etwa um 120,- Euro niedriger liegt als im Vorjahr - bei 610 Euro, ein Preisrückgang von knapp 20 Prozent.
Obwohl auch 2025 der Wertholzplatz vom Eichenangebot dominiert wurde, gibt es auch bei den anderen Baumarten bemerkenswerte Entwicklungen.
Mit dem Eschenverkauf etwa (wegen des "Eschensterbens" ist die Esche leider eine aussterbende Baumart) ist Hofmann "sehr zufrieden". Sie erbrachte einen Erlös von durchschnittlich 300 Euro; immerhin etwa 50,- Euro mehr als im Vorjahr.
Eine weitere Baumart, die 2025 sehr gut nachgefragt und bezahlt wurde, ist die Lärche, die Käufern bis zu 900 Euro wert war. Auch wenn viele Stämme die für die Lärche typischen Harzgallen und Risse aufwiesen, wirkt sich dies nicht auf den Preis aus. "Das ist unproblematisch und ich empfehle, bei starken Lärchen unten immer einen wertvollen Block abzuschneiden."
Den "Verlierer"-Reigen führt 2025 die Douglasie an, die komplett unbeboten geblieben sei und keinen Käufer gefunden hätten, "obwohl sie teilweise geastet gewesen sind", was bei der Douglasie der wertbestimmende Faktor ist. Als eine Ursache vermutet der erfahrene Holzverkäufer, dass keine aus Douglasie gefertigten Fußbodendielen nachgefragt werden - eine Auswirkung der momentanen Baukrise.
Bei den Laubhölzern ist "der Kirschen-Markt praktisch seit Jahren tot". Die Trendbaumart der 1970er und 80er Jahre, für die damals hohe Preise bezahlt wurden, sind heute praktisch fast unverkäuflich. Offenbar geht der Kundengeschmack der heutigen Generation eher in Richtung "Wildeiche", eben urige, individuelle Hölzer mit unverwechselbarem Charakter.
Auch Nußbäume wurden in diesem Submissionsjahr nicht gut beboten. Nußbaumstämme sind eben oft Liebhaberstücke, die für gute Preise eben die richtigen Kunden finden müssen.
Der Markt für Robinie ist sehr volatil, also wechselhaft. Sehr oft bleibt diese äußerst witterungsbeständige und harte Holzart unbeboten. In einem Fall jedoch war ein Stamm mit eineinhalb Festmeter dem Kunden über 500 Euro wert. Ein anderer, recht uriger Robinienstamm - zwar mit wenig Volumen, aber mit zahlreichen wulstigen Maserknollen, ging für einen passablen Preis an einen Edelholz-Händler, der Kunden bedient, die daraus Messergriffe und Kugelschreiber mit einzigartiger Maserung herstellen. Trotz geringem Volumen ergibt dieses Produkt eine gute Wertschöpfung.
Als seltene Kuriosität bestaunten die Teilnehmenden einen starken Mammutbaumstamm, der am Markt sehr selten angeboten wird. Dieser hier stammt aus einem Vorgarten, wie der stolze ehemalige Besitzer zu berichten weiß. Mammutbaumholz ist sehr weich und der Markt weiß diese Baumart noch nicht zu nutzen. Ein Teilnehmer zeigt ein Handy-Foto eines Tischs aus Mammutbaum. Es gibt also noch mutige Holz-Experimentierer.
Holzverkäufer Frank Hofmann fasst abschließend zusammen: "Die Bündelung des Wertholzangebots auf der Submission ist immer eine gute Idee, da hier die größte Chance besteht, für sein Holz einen Käufer zu finden, der ein gutes Angebot abgibt. Dann sind die 30 bis 40 Euro Bereitstellungskosten für den Transport zum Lagerplatz rasch wieder hereingeholt. Allerdings sollte man darauf achten, dass chancenlose Stämme wie abgestorbene, vom Eichen-Kernkäfer befallenen, besser als Totholz im Wald verbleiben."
Jedes Jahr zu Ende der Holzeinschlagssaison Ende Winter werden durch ForstBW in Kooperaton mit der Holzvermarktungsgemeinschaft bei der so genannten "Göppinger Submission", an der die Landkreise Göppingen, Esslingen und seit 2006 der Rems-Murr-Kreis teilnehmen, die wertvollsten Eichen-/ Buntlaub- und Nadel-Werthölzer aus Staats-, Gemeinde- und Privatwäldern verkauft.
Dazu werden die Wertholzstämme aus der ganzen Region auf zwei Plätzen in Oberberken und Urbach einer großen Kundschaft aus dem In- und Ausland präsentiert. Beim Eröffnungstermin wird der Zuschlag für einen Stamm oder ein Los an den Meistbietenden verkauft.
Eine Wertholz-Submission ist eine öffentliche Aufforderung an interessierte Käufer, schriftlich Angebote für die auf dem zentralen Wertholzplatz Urbach präsentierten Stämme
abzugeben.
Im Unterschied zur offenen und öffentlichen Angebotsabgabe (Versteigerung) werden bei der Submission für ein "Los" (ein oder mehrere Stämme) von interessierten
Holzeinkäufern schriftlich Gebote eingereicht, die dann zu einem bestimmten Stichtag gleichzeitig geöffnet werden (Eröffnungstermin). Der Bieter mit dem höchsten Gebot bekommt den Zuschlag.
Nach dem Holzeinschlag im Wald und vor dem Holzverkauf "sortiert" der Waldbesitzer oder Förster die Stämme nach Holzart, Länge, Stammdurchmesser und objektiver Holzqualität . Dies ist vor allem bei Massen-Sortimenten für den Holzkäufer eine wichtige Information , ob das Produkt für ihn von Interesse ist.
Bei Werthölzern hingegen hängt der individuelle Wert des Holzes davon ab, was der Käufer daraus anfertigen möchte.
Im forstlichen Sprachgebrauch wird ein Kubikmeter Holz als "Festmeter" bezeichnet (im Waldbestand: Vorratsfestmeter (mit Rinde) und verkaufsfertig eingeschlagen: Erntefestmeter ohne Rinde und Holzernteverlust. Der Umrechnungsfaktor variiert mit der Baumart und iher Rindendicke )
Im Unterschied dazu wird als Raummeter ein Kubikmeter geschichtetes (meist Brenn-)Holz einschließlich der Zwischenräume bezeichnet. Ein Raummeter entspricht 0,7 Festmetern.
In Baden-Württemberg wird Stammholz in die Güteklassen A, B, C, und D eingeteilt, wobei A-Holz die Spitzenqualität ist. Ist das Holz darüberhinaus als Furnier tauglich, wird es als F (Furnier) oder TF (Teilfurnier) bezeichnet. Furniere werden zum Beispiel im Möbelbau verwendet. Aus Spitzenstämmen werden über Schäl- oder Messertechnik dünne Furniere geschnitten, die dann auf andere hölzerne Unterlagen geleimt werden, um diese zu veredeln.
Eine Übersicht über viele heimische Baumarten und ihre Eigenschaften finden sie im Kapitel Waldbäume.